Quellen

 

Quellen wurden bisher hauptsächlich wegen ihrer Bedeutung für die Trinkwassernutzung betrachtet. Dabei handelt es sich bei Quellen auch um Lebensräume die rund 100 hochspezialisierte Arten beherbergen. Quellen bilden den offenen Übergang zwischen den zwei Lebensräumen Grundwasser und Oberflächenwasser. Es herrschen spezielle Bedingungen:  Das Wasser ist konstant kühl, nährstoff- und sauerstoffarm. Da die meisten Quellen durch Trinkwasserfassungen oder durch Drainagen in der Landwirtschaft verbaut sind, befinden sich 73% der in Quellen lebenden Arten auf  der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Durch den Rückbau von alten, ungenutzten Trinkwasserfassungen oder Drainagen kann ein natürlicher Quelllebensraum wiederhergestellt werden. Oft werden Quellen auch durch Ablagerungen oder Viehtritte gestört. Schon einfache Massnahmen wie die Auszäunung, die Anpassung der Bewirtschaftung oder ein forstlicher Eingriff, können sich sehr positiv auf die Lebensraumeigenschaften auswirken.

Um bestehende, natürliche Quellen schützen oder durch einfache Massnahmen aufwerten zu können, ist das Wissen über die Lage dieser Lebensräume vorausgesetzt. Im Kanton Luzern fehlt diese Datengrundlage jedoch. Deshalb sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen!

Bitte melden Sie uns Standorte von natürlichen Quellaustritten!
Definition Quelle: Ort, an dem dauerhaft oder zeitweise Grundwasser auf natürliche Weise an der Geländeoberfläche austritt.

 

Quellrevitalisierung Altbüron

 

Im Herbst 2019 konnte in Albüron LU auf einer steilen, südexponierten Weide erstmals eine Quelle revitalisiert werden. Die Quelle war durch Viehtritte stark beeinträchtigt.

Der Bereich der Quelle wurde grosszügig ausgezäunt und eine natürliche Quellumgebung wiederhergestellt. Nebst den quelltypischen Arten, wie z.B. der Feuersalamander, war auch die in der Umgebung vorkommende Geburtshelferkröte eine Zielart. Zur Förderung dieser Art wurde das austretende Quellwasser etwas hangabwärts in einem Tümpel gefasst und Begleitstrukturen wie Sandsteinhaufen und Asthaufen erstellt. Finanziert wurde das Projekt von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern.

Den langfristigen Erhalt des Lebensraums garantiert ein Pflegekonzept. Die Pflegemassnahmen werden vom Landwirt ausgeführt, wofür er jährlich vom Kanton entschädigt wird. Um die Entwicklung der anwesenden Arten zu überprüfen wurde vor den Aufwertungsmassnahmen der Ist-Zustand der Quellfauna untersucht. Eine weitere Aufnahme nach drei Jahren wird die Entwicklung des Gebietes aufzeigen.