Aktion Biber & Co

Biberlebensraum in Reiden, LU

Gewässer sind die Hotspots der Artenvielfalt. In unserer stark genutzten Landschaft sind sie jedoch unter Druck und viele unserer Gewässer mit ihren Bewohnern sind bedroht. Deshalb möchte sich Pro Natura mit der Aktion Biber und Co. für Gewässer und den Biber einsetzen. Einerseits möchten wir lokale Akteure, wie auch die Bevölkerung über den Wert dieser Lebensräume für Natur und Mensch informieren und anderseits verschiedene Gewässerlebensräume aufwerten und besser untereinander vernetzen. Mit dem Ziel, die Artenvielfalt in und an den Fliessgewässern bis hin zu den Quellen zu fördern.

Landschaftsgestalter Biber

Biber beim Fressen (Foto Nicolas Baiker)

Der Biber verändert seinen Lebensraum, wie kein anderes Tier. Durch seine Bau- und Stauaktivitäten entstehen dynamische und strukturreiche Gewässer. Davon können viele andere Tiere und Pflanzen an und im Wasser profitieren.

Nachdem der Biber 200 Jahre lang aus der Schweiz verschwunden war, hat er sich inzwischen wieder gut etabliert. Auch im Kanton Luzern findet man wieder zunehmend seine Spuren an den Ufern einiger Fliessgewässer und Seen.

Angebote:

Exkursionen zum Thema Biber

  • Wir möchten der Bevölkerung diesen faszinierenden Nager und seine Leistung für unsere Gewässer näherbringen. Deshalb finden mehrmals pro Jahr öffentliche Exkursionen statt. Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier.
  • Zusätzlich organisieren wir auf Anfrage und gegen eine Kostenentschädigung Exkursionen für Schulklassen, Firmen, Vereine und Interessierte oder halten einen Vortrag über die Lebensweise und die Rückkehr des Bibers in die Schweiz.
Biberexkursion an der Reuss, Rathausen

Gewässeraufwertungen

  • Würden Sie sich gerne auf Ihrem Grundstück oder in Ihrer Gemeinde für Fliessgewässer oder Quellen einsetzen oder haben Sie eine Idee für die Renaturierung einer Aue, möchten Sie einen eingedolten Bach freilegen oder eine Quelle ökologisch aufwerten? Dann kontaktieren Sie uns. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung eines solchen Projekts.
  • Zudem unterstützen wir die Behörden bei Konfliktsituationen mit dem Biber und helfen mit, verträgliche Lösungen zu suchen.

Aktuelles:

Biberrampe Kraftwerk Untermühle

In der Umgebung des Kraftwerks Untermühle der Gemeinde Cham wurde in den letzten Jahren schon dreimal ein Biber überfahren. Biber halten sich vorwiegend im Wasser auf und bewegen sich deshalb auf der Suche nach einem neuen Revier innerhalb der Gewässernetze. Wird ihnen dabei der Weg versperrt, sind sie gezwungen das Gewässer zu verlassen und das Hindernis zu umgehen. Nicht selten müssen die Tiere dabei auch Strassen überqueren und können dort dem Verkehr zum Opfer fallen. Diese Situation ist nun auch beim Kraftwerk Untermühle eingetreten. Mit der Unterstützung von Hallo Biber Zentralschweiz baute die Gemeinde Cham im Januar deshalb Biberrampen. Biberrampen sind meist einfache Holzstege, welche den Biber ermöglichen das Hindernis zu überwinden, ohne das Gewässer verlassen zu müssen. Finanziert wurde dieses Vorhaben mit Beiträgen der Gemeinde Cham, dem Lorzestromfonds, Pro Natura Zug und Hallo Biber Zentralschweiz. Dank den Rampen wird es dem Biber in Zukunft möglich sein, den bisher unerreichten Gewässerabschnitt vom Kraftwerk stromaufwärts zu besiedeln. Der Kanton Zug überwacht mittels Fotofallen, ob und wann die Biber die Rampen entdecken.

Diese Rampe ermöglicht den Biber das Kraftwerk zu passieren.

Bibermonitoring im Kanton Luzern

Der Biber breitet sich im Kanton Luzern stetig weiter aus. Im 2008 gab es erst ein Biberpaarrevier, im 2013 wohnten 8 – 12 Tiere entlang der Luzerner Gewässer. Aktuell gehen wir aufgrund der Spurenmeldungen aus der Bevölkerung im Sommer 2017 von einem Biberbestand von etwa 50 Individuen aus. Da die letzte systematische Biberbestandeserhebung im Kanton Luzern im Rahmen des nationalen Bibermonitorings 2008 stattfand, war es höchste Zeit, die aktuelle Verbreitung durch eine flächendeckende Spurensuche erneut zu erheben.

Biberspur an einem Bach im Kanton Luzern

Diesen Winter (2017/2018) führt die Aktion Biber & Co zusammen mit der kantonalen Dienststelle für Landwirtschaft und Wald (lawa) und mit Hilfe von Freiwilligen ein kantonales Bibermonitoring durch. Dazu werden die Ufer der Fliessgewässer nach Spuren der Biber abgesucht und auf Karten festgehalten. Anhand der Verteilung dieser Spuren im Gebiet und Grösse der Nagespuren können einzelne Reviere identifiziert und die Anwesenheit von Familien oder Einzeltieren geschätzt werden. Diese Daten sind für uns und den Kanton hilfreich. Dank der Kenntnis über die aktuelle Verbreitung im Kanton möchten wir aufgrund dieser Informationen gezielt Aufwertungsprojekte zu Gunsten des Bibers und seiner Gewässer initiieren.