Stellungnahmen

26.9.2017, Stellungnahme zum Entwicklungskonzept LuzernSüd – Teilgebiet Horw See

Im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung hat Pro Natura Luzern eine Stellungnahme zum «Entwicklungskonzept Luzern Süd – Teilgebiet Horw See» abgegeben. Es wurde bemängelt, dass das Entwicklungskonzept dem hohen Schutzstatus des Steinibachrieds – ein Amphibienlaichgebiet und Flachmoor von nationaler Bedeutung – zu wenig Beachtung schenkt. So wurden Wege und weitere Bauten im bzw. entlang des Schutzgebiets vorgesehen – eine unzulässige Nutzung. Zudem bietet sich in Zusammenhang mit der freiwerdenden Camping-Areal die einmalige Chance, die dringend notwendigen Pufferzonen als Schutz vor Störungen und Beeinträchtigungen zu schaffen und für eine bessere Vernetzung des Schutzgebiets zu sorgen.

Stellungnahme zum «Entwicklungskonzept Luzern Süd – Teilgebiet Horw See» (pdf)


27.2.2017, Stellungnahme zur Revision/Teilrevison des Jagdgesetzes/-verordnung Kanton Luzern

Pro Natura Luzern hat im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens eine Stellungnahme zum revidierten Jagdgesetz und zur Jagdverordnung abgegeben. Die Naturschutzorganisation begrüsst den Entwurf des revidierten Jagdgesetzes und der Jagdverordnung im Grundsatz. Wir erachten es als wichtig, dass es für die grossräumig agierenden Arten wie Gäms-, Rot- oder Schwarzwild eine koordinierte und übergreifende Bejagung geben soll, die durch die Beteiligten gemeinsam umgesetzt werden soll. Wir finden es überdies richtig, dass die Aufteilung des Jagdpachtzinses neu geregelt wird und dass dem Kanton künftig ein grösserer Anteil zusteht.

Von Bedeutung scheint uns, dass akzeptiert wird, dass die grossen Beutegreifer den Aufwand des Kantons für das Wildtiermanagement durchaus auch reduzieren können. Gerade in Sachen Waldpflege oder in Wildschutzgebieten ist ihre Präsenz von grossem Vorteil. In diesem Sinne sind wir mit der Aussage in den Erläuterungen nicht vorbehaltlos einverstanden. Dass der Bund die Handlungsfreiheit der Kantone in Zusammenhang mit geschützten Arten einschränkt, ist sinnvoll. Schliesslich ist der Bund für deren Schutz verantwortlich und soll diese Verantwortlichkeit auch wahrnehmen.

Stellungnahme (pdf)


19.5.2016, Stellungnahme zum Vorschlag der Idee Seetal für eine Linienführung des Rundwegs Baldeggersee

  • Der Vorschlag einer Linienführung ist weder mit Pro Natura Luzern noch mit den Grundeigentümern oder dem Kanton abgesprochen. Es ist sonderbar, dass nun bereits von einem „Kompromiss“ geredet wird, obwohl wichtige Anliegen noch gar nicht berücksichtigt wurden.
  • Wir bezweifeln, dass ein Weg, der unmittelbar entlang des Sees bzw. der Naturschutzzone geführt wird, den Spaziergängern wirklich dient: der erhoffte Ausblick auf den See wird durch Wald, Gebüsch und Schilf verdeckt bleiben. Eingriffe, um einen besseren Ausblick zu ermöglichen, sind in der Naturschutzzone nicht bewilligbar.
  • Grundsätzlich fordern wir: Keine Wege in und entlang der Naturschutzzonen. Insbesondere in den Bereichen, wo es wasserseitig Sperrzonen mit wertvollen Wasserschilfbeständen gibt, muss ein zusätzlicher Zugang zum See vermieden werden, um Störungen in diesen Bereichen zu vermeiden. Die gefährdeten Wasserschilfbestände haben eine grosse Bedeutung für störungsempfindliche Wasservögel.
  • In der neusten Variante sollen grössere Teile des Rundwegs unmittelbar entlang der Naturschutzzonen geführt werden. Es wird unvermeidlich sein, dass es zu einer starken Zunahme der Störungen und zusätzlichen Verfehlungen gegen die Schutzbestimmungen kommt. Niemand kann garantieren, dass sich Spaziergänger, Angler oder Hundehalter an den Wegverlauf halten.
  • Aus Sicht des Naturschutzes sind im Weiteren die Kontrolle der Einhaltung der Schutzbestimmungen (Aufsicht), die Ausgestaltung der Wege, der massvolle Zubau von Infrastruktur (Rastplätze, Abfallkübel etc.), der Unterhalt und die Abfallentsorgung wichtige, zu klärende Punkte. Zu diskutieren sind überdies Ausgleichsmassnahmen für die Beeinträchtigung des Schutzgebiets.
  • Positiv ist die gewählte Wegführung im Abschnitt Tempikon-Nunwil entlang der Strasse und die in diesem Zusammenhang geplante Errichtung eines kombinierten Geh- und Radwegs.
  • Pro Natura Luzern begrüsst auch, dass das Nord- und das Südende auf den bereits bestehenden Wegen und damit grossräumig umgangen wird. Nur so können die Schutzzonen vor Störungen durch Erholungssuchende bewahrt werden.

Weitere Informationen zum Schutzgebiet Baldeggersee


 31.3.2015, Stellungnahme zum Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss»

Pro Natura Luzern hat eine Stellungnahme zum Projekt Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss eingereicht. Es werden darin die Aspekte Fauna und Flora (ohne Fische), Erholungsnutzung, Neophyten und Pflege behandelt. Die Themen Fische, Fischwanderung, Geschiebehaushalt und Morphologie wurden durch die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva sowie den WWF beurteilt. Trotz guter Stossrichtung gibt es beim Hochwasserschutzproket an der Reuss gravierende Mängel (siehe dazu Medienmitteilung).

Sachzwänge wie Siedlungen, Industrieanlagen, Autobahn und Grundwasserfassungen schränken die Möglichkeiten eines grosszügigen Renaturierungsprojekts stark ein. Pro Natura Luzern fordert deshalb in erster Linie, dass die Grösse der vorgesehenen Flächen beibehalten werden und deren Qualität nicht durch die unterschiedlichen Nutzungsinteressen geschmälert wird. Dass die geplanten Aufweitungen, die dem Hochwasserschutz dienen und neue Lebensräume entstehen lassen, auch Kulturland benötigen, ist unvermeidbar. Angesichts des bisherigen Landverbrauchs für Industrie- und Gewerbebauten (z.B. im Gebiet Perlen) scheint uns der Flächenbedarf jedoch verkraftbar, zumal ein Grossteil der Flächen auch in Zukunft (extensiv) bewirtschaftet werden kann.

Stellungnahme (pdf)