Keine Abstriche beim Schutz des Baldeggersees

Seit 1940 ist der Baldeggersee Eigentum von Pro Natura. Wegen der miserablen Wasserqualität fing der damalige Berufsfischer keine Fische mehr und sah sich zum Verkauf gezwungen. Damit ist dieser weitgehend unverbaute Mittellandsee mit weitgehend natürlichen Ufern seit bald 80 Jahren ein Schutzgebiet, das zahlreichen Tiere und Pflanzen einen Lebensraum bietet. Die geschützten Seeufer, Flachmoore und Kleingewässer gehören zu den artenreichsten Lebensräumen im Kanton Luzern und verdienen einen uneingeschränkten Schutz. Seit 1992 sorgt der Kanton mit der Schutzverordnung Baldegger- und Hallwilersee dafür, dass Lebensräume und Landschaft möglichst unbeeinträchtigt bleiben.

Ein Schutzgebiet für alle

Für die Bevölkerung besteht bereits heute an vielen Orten ein direkter Zugang zum See: Am Ostufer verläuft ein rund 5 Kilometer langer Fussweg mit wenigen Ausnahmen direkt entlang dem See, in Baldegg und Gelfingen gibt es zwei öffentliche Badis mit Seezugang und Bootsvermietung und am See bieten mehrere Aussichtsplattformen die Möglichkeit für Naturbeobachtungen. Am Baldeggersee ist an ausgewählten und speziell markierten Stellen auch das (patentpflichtige) Angeln möglich. Eine weitere Öffnung im Sinne einer Schwächung der Schutzbestimmungen ist also weder nötig noch sinnvoll.

Landschaftliche Perle

Indirekt profitiert vom Schutz des Sees das gesamte Seetal. Der See prägt die Landschaft: das Ufer des Baldeggersees ist grösstenteils unverbaut. Die Landschaftsschutzzone sorgt überdies dafür, dass ausser Gebäuden, die für die landwirtschaftliche Nutzung notwendig sind, keine Bauten erstellt werden.

Umfassender Schutz ist nötig

Pro Natura setzt sich als Naturschutzorganisation und als Eigentümerin des Sees und weiterer Parzellen im ufernahen Bereich auch weiterhin für den umfassenden Schutz des Sees ein- zu Gunsten der Bevölkerung, der Artenvielfalt und der Landschaft. Eine Schwächung des Natur- und Landschaftsschutzes wäre für die Naturschutzorganisation nicht akzeptierbar.