Vernachlässigter Moorschutz im Krienser Hochwald

Im Krienser Hochwald gibt es zahlreiche Hoch- und Flachmoore, enorm wichtige Lebensräume für seltene Arten. Schweizweit wurden rund 90% der ursprünglich vorhandenen Moore zerstört. Moore und Moorlandschaften sind in der Schweiz per Verfassung und Gesetz streng geschützt. Obwohl der Schutz auf dem Papier seit 30 Jahren klar und deutlich ist, verschlechtert sich der Zustand der verbleibenden Moore zusehends.

Dieser Befund gilt in besonderem Masse auch für die Moore im Krienser Hochwald. Bestehende Beeinträchtigungen, etwa durch Bauten, wurden bisher kaum beseitigt. Die Gemeinde hat sich schlicht und einfach darum foutiert. Illegale Bauten wurden während Jahrzehnten toleriert und der den Mooren zustehende Schutz wurde nur mangelhaft vollzogen.

Auf Grund eines Urteils des Bundesgerichts 2010, wonach ein illegales Ferienhaus in einem Hochmoor abgerissen werden musste, wurde die Gemeinde aufgefordert, die Situation der illegalen Bauten im Krienser Hochwald zu bereinigen. Wenige Jahre später rollte eine Flut von nachträglichen Baugesuchen an. Pro Natura Luzern prüfte die Baugesuche , da die betreffenden Bauten ausserhalb der Bauzone lagen und teilweise auch schützenswerte Moore oder Wald beeinträchtigten. Bei über 50 Baugesuchen musste die Organisation eine Einsprache deponieren.

In den inzwischen zahlreich gefällten Entscheiden trägt die Gemeinde Kriens dem Schutz der Lebensräume oft nicht genügend Rechnung. Selbst wenn der Kanton als zuständige Behörde eine nachträgliche Baubewilligung für eine solche Baute verweigert, will die Gemeinde, statt wie verlangt den Rückbau und eine Wiederherstellung des zerstörten Lebensraums zu verfügen, solche gesetzeswidrigen Bauten unbeschränkt dulden.

Aus Sicht des Moorschutzes sind solche Entscheide unverständlich. Eine Naturschutzorganisation, die sich insbesondere dem Schutz wertvoller Lebensräume verschrieben hat, muss eine solche Praxis korrigieren, auch wenn dies mit hohem Aufwand verbunden ist. Dass Pro Natura so handeln muss, ist in erster Linie das Verschulden der Gemeinde, die den Schutz der Biodiversität auch heute noch als Nebensache betrachtet.

Die Schweiz kann es sich nicht mehr leisten, die Biodiversität und darunter die wenigen verbleibenden Moorflächen, nicht mit allen Mitteln zu schützen.


Artikel „Hochwald Kriens: Moorschutz während Jahrzehnten vernachlässigt“, Pro Natura Lokal 1-2017