Schweinestall in geschützter Landschaft ist rechtswidrig

Aus Sicht von Pro Natura ist ein geplanter Schweinemaststall in der Wauwiler Ebene, einer Landschaft von nationaler Bedeutung, rechtswidrig. Dem privaten Bauprojekt stehen gleich mehrere öffentliche Interessen entgegen. Die Naturschutzorganisation reicht deshalb eine Einsprache ein und fordert von Kanton und Gemeinde eine klare Absage an das Projekt.

Das Projekt ist mitten in der geschützten Landschaft von nationaler Bedeutung Wauwilermoos-Hagimoos-Mauensee, ausserhalb der Bauzone geplant. Es wurden weder die Schutzbestimmungen der national bedeutenden Landschaft noch jene der Gemeinde zur Landschaftsschutzzone berücksichtigt. Das Projekt widerspricht auch dem raumplanerischen Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet. Dieser Grundsatz wurde vom Bundesgericht in vergleichbaren Fällen wiederholt festgehalten.

Zudem würde erneut Fruchtfolgefläche überbaut. Dies wäre angesichts der nur noch knapp vorhandenen Reserven unverantwortbar und würde der kantonalen Strategie, die rasche Abnahme der wertvollsten landwirtschaftlich genutzten Böden zu stoppen, zuwiderlaufen.

Und bereits heute ist der Kanton Luzern übermässig mit Abfällen und Emissionen aus der Nutztierhaltung belastet. Die kritischen Eintragswerte von Stickstoff werden um bis zu 40 kg pro Hektar und Jahr überschritten. Die Nährstoffe wirken sich nicht nur unmittelbar vor Ort aus, sondern werden über die Luft auch in weit entfernte, nährstoffsensible Lebensräume wie Moore und Trockenwiesen verfrachtet. Dort führen sie zu einem Nährstoffeintrag, der die Pflanzengesellschaften und damit das ganze Ökosystem nachteilig verändert.

10.9.2015, Schweinestall in geschützter Landschaft ist rechtswidrig (pdf)