Baldeggersee

Foto: Niklaus Troxler

Der Baldeggersee ist seit 1940 Eigentum von Pro Natura und das grösste unserer Schutzgebiete. Dieser weitgehend unverbaute Mittellandsee mit weitgehend natürlichen Ufern bietet einerseits vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, ist andererseits aber auch Wohn-, Wirtschafts- und Erholungsraum für die lokale Bevölkerung. Die Verwaltung und das Management des Naturschutzgebietes Baldeggersee liegt in den Händen von Pro Natura Luzern und ist im Spannungsfeld der unterschiedlichen Ansprüche eine grosse Herausforderung.

Zu beachten: Der Baldeggersee ist auf der Ostseite mit einem fast durchgehend entlang des Ufers führenden Wanderweg erschlossen. Hunde sind auf dem gesamten Uferweg an der Leine zu führen. Das Baden ist ausser in den beiden Badis in Baldegg und Gelfingen verboten. Die Einhaltung der Schutzbestimmungen wird regelmässig von Aufsichtsteams kontrolliert.


Entdecken und Erleben

Erlebniskarte Baldeggersee (Neuauflage 2016)

Faltblatt „Naturschutzgebiet Baldeggersee“ (pdf)

Hochdorf – Gelflingen 6.7 km

Hochdorf – Hitzkirch 9.8 km


Erlebnispfad – Natur erleben am Baldeggersee

Erholungssuchenden und Naturfreunden bietet sich an fünf markierten Beobachtungsstationen zwischen Hochdorf und Baldegg noch

Eine der fünf Stationen des Natur-Erlebnispfads: Sichtschutz bei den Flutmulden Ronfeld
Eine der fünf Stationen des Natur-Erlebnispfads: Sichtschutz bei den Flutmulden Ronfeld. Foto: Niklaus Troxler

bessere Gelegenheiten für Naturbeobachtungen. Anfang und Ende des Erlebnispfades sind mit einer grossformatigen Übersichtkarte versehen. An allen Stationen bieten reich bebilderte Tafeln vielfältige und teilweise saisonale Informationen über Lebensräume und deren typische Tier- und Pflanzenarten. Der Erlebnispfad ist von zwei Seiten gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dann zu Fuss erreichbar (ab Bahnhof Hochdorf, Kloster Baldegg oder Baldegg). Weitere Informationen


Ronfeld – Hotspot der Biodiversität am Baldeggersee

 

Bruchwasserläufer. Foto: Niklaus Troxler

Im Ronfeld am Südufer des Baldeggersees erstellte Pro Natura Luzern zwei grosse Flutmulden, deren Wasserstand sich regulieren lässt. Regenwasser füllt die Mulden, im Herbst kann das Wasser kontrolliert abgelassen werden. Dadurch werden Wasserstandschwankungen imitiert, die dem früheren Wasserhaushalt seenaher Gebiete entsprechen. Somit wird eine spezifische Flora und Fauna gefördert. Das Gebiet hat sich in kurzer Zeit zu einem Biodiversitätshotspot entwickelt. Zusätzlich gibt es im Ronfeld einen Weiher mit einer Beobachtungshütte – ideal für Besucherinnen und Besucher.

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Angeln am Baldeggersee

Das Angeln ist am Baldeggersee nur an den entsprechend markierten Uferabschnitten (ausserhalb der Sperrzonen gemäss kantonaler Schutzverordnung) und nur mit Jahrespatent oder Tageskarten erlaubt.

Weitere Informationen


Zu viele Nährstoffe – See muss beatmet werden

Mit den zahlreichen Zuflüssen gelangen auch zu viele Nährstoffe in den Baldeggersee. Die bis heute getroffenen Massnahmen konnten das Problem nicht lösen: Noch immer gelangt mehr als die doppelte Menge an Phosphor in den See, als dieser vertragen kann. Deshalb wird der See seit 1982 künstlich mit Sauerstoff beatmet, um die Schäden der zu hohen Phosphoreinträge einzugrenzen.

Die Folgen der Intensivtierhaltung beeinträchtigen den Baldeggersee (Bild: Pro Natura Luzern).

Ursache der hohen Phosphorzufuhr ist die intensive Tierhaltung im Einzugsgebiet des Sees. Dort konzentriert sich eine intensive, bodenunabhängige Tierproduktion industrieller Art (v.a. Schweine, Kühe, Geflügel). Für deren Fütterung wird viel phosphorhaltiges Futter, das oft aus problematischer ausländischer Produktion stammt, zugeführt. Ein Teil des Phosphors wird mit dem Hofdünger ausgebracht. Das hat dazu geführt, dass heute zwei Drittel der Naturwiesen und ein Drittel der Ackerflächen rund um den Baldeggersee mit Phosphor überversorgt sind. Insbesondere bei Regen werden die Nährstoffe abgeschwemmt und gelangen über die Bäche in den See.

Pro Natura hat 2003 einen stark beachteten Bericht vorgelegt, wie das Problem dauerhaft zu lösen wäre. Einzuführen wäre eine regional gültige einzelbetriebliche Tierbestandesregelung mit handelbaren Dünge-Zertifikaten (auf Basis DGVE). Leider konnte sich die Politik bis heute nicht durchringen, mit der vorgeschlagenen Lösung das Problem an der Wurzel zu packen und zu lösen.

Studie Problemlösung Baldeggersee 2003